Kardamom – exquisites Gewürz mit Heilwirkungen

Kardamom
Kardamom gehört zu den edelsten Gewürzen der Welt
Sigrid Rossmann /pixelio.de

Kardamom zählt als Pflanzenart zu den Ingwergewächsen. Zunächst gilt es, zwei Arten zu unterscheiden: Grünen Kardamom, botanisch Elettaria cardamomum und Schwarzen Kardamom, auch Amomum subulatum.

Grüner Kardamom hat seinen Ursprung in Sri Lanka, Südindien, Thailand und Irak. Heutzutage ist Guatemala ein bedeutendes Exportland. Andere Anbauländer, die Grünen Kardamom kultivieren, sind Madagaskar, Tansania, Papua-Neuguinea sowie Vietnam.

Der Schwarze Kardamom ist in China und dem östlichen Himalaja beheimatet. Seine Anbaugebiete befinden sich vorrangig in Nepal und Sikkim, einem indischen Bundesstaat. Manchmal bezeichnen Menschen Kardamom als Zimtpflanze. Der wahre Zimt ist indessen ein tropischer Baum. Kardamom ist ein Staudengewächs. Seine Blätter erinnern an Maiglöckchen. Die enorm aromatischen Blätter des Kardamomstrauches verfügen über den typisch zimtartigen Geschmack. Inder verarbeiten sie komplett oder klein geschnitten in traditionellen Reisgerichten. Die Blätter schmecken ebenfalls sehr angenehm in Teemischungen.

Habitus von Kardamom

Der Grüne Kardamom wächst bis zu einer durchschnittlichen Höhe von zwei bis drei Metern heran. Vereinzelt können die krautigen Pflanzen sogar bis zu fünfeinhalb Metern hoch sprießen. Die Pflanzen treiben zahlreiche lanzettliche Laubblätter. Sie besitzen ein in höchstem Maße bewurzeltes Rhizom, ein leicht unterirdisch oder dicht am Boden wachsendes Erdsprosssystem. Das Rhizom stellt das Organ zum Überdauern des Ingwergewächses dar. Kardamom bringt drei-fächerige, strohige Kapselfrüchte hervor. Die Früchte sind von grün-gelber Färbung. Jedes Fruchtfach beherbergt zwischen vier und acht unregelmäßig geformte Samen. Die Samen sehen graubraun oder rotbraun aus. Wenn niemand die Kapselfrüchte kurz vor der völligen Reife pflückt, öffnen sich die Früchte und verlieren die Samenkörner. In Arabien sagen Überlieferungen den Körnern des Kardamoms einen Effekt als Aphrodisiakum nach.

Kardamom: Ein exquisites Gewürz

Kardamom rangiert in der Kategorie der teuersten Gewürze der Welt. Lediglich Safran und Vanille erzielen noch höhere Preise am Markt der Würzstoffe. Aufgrund dessen gibt es im Handel gefälschtes Kardamom, genauso wie es gefälschten Safran gibt. Wer Kardamom kaufen möchte, sollte besondere Aufmerksamkeit darauf legen, keine minderwertige Qualität zu erwerben. Zweitklassiger Kardamom bringt nämlich nur wenige der wichtigen Inhaltsstoffe mit. Das minderwertige Produkt wird übrigens ganz offiziell als Java-Kardamom tituliert. Der teure Preis für Kardamom liegt in der Ernte der Fruchtkapseln. Diese werden, bevor die Frucht aufspringt und die Samenkörner verliert, von Hand gepflückt. Die Kardamomernte ist demnach zeitaufwendig und personalintensiv.

Während in Mitteleuropa die Anwendung von Kardamom in der Naturheilkunde weitgehend unbekannt ist, hat das Gewürz in der indischen ayurvedischen Medizin sowie in der altchinesischen Medizin einen festen Platz. Die Samen werden zu mannigfaltigen Mitteln hinzugegeben. Bereits vor tausenden von Jahren schworen die Heilkundigen aus dem Orient und dem asiatischen Raum auf Kardamom als Heilmittel bei diversen Verdauungsproblemen.

Kardamomblätter daheim ernten

Interessenten können Kardamom sogar als Zimmerpflanze halten. Sie verhält sich sehr anspruchslos und grünt sowohl in vollem Schatten als auch in der prallen Sonne. Demnach kann sie gut auf einer Fensterbank stehen. Zur Blüte kommt das indische Gewächs in deutschen Wohnzimmern oder Wintergärten in aller Regel nicht. Die Blätter sind ungeachtet dessen das ganze Jahr über grün. Verbraucher können sie somit ohne Unterbrechung in der Küche verwenden. Kardamom ist derart einfach zu kultivieren, dass ihm auch kalte Temperaturen in der Winterzeit nichts anhaben. Die Vegetations- und Blatternteperiode der Pflanze  erstreckt sich über das gesamte Jahr.